EVE-Entwickler im Kreuzverhör

Einen guten Entwickler zu finden ist gar nicht so einfach. Wir haben für EVE mit ziemlich vielen Leuten und Firmen gesprochen. Am Ende wurden wir aber über Twitter fündig. In einem Videopost sah man Robin-Manuel Thiel, wie er einen Handschlag von einem selbstentwickelten Roboter bekommt. Kurz angeschrieben stellte sich schnell heraus, dass er nicht nur ein passender Entwickler war, sondern auch gerne sinnstiftende, soziale Projekte umsetzt. Gleich nach dem ersten Treffen war klar: „It‘s a match“! Ok, ehrlich gesagt haben wir ein wenig nachgeholfen und im Meetingraum Pizza-Köder ausgelegt. Damit soll man sie leichter kriegen. Inzwischen hat Robin noch zwei weitere Entwickler ins Boot geholt. Fest steht: Ohne sie wäre EVE immer noch nur eine gute Idee. Grund genug mal nachzufragen.

 

Elevator-Pitch über dich. 3, 2, 1 go:

Cloud Architekt bei Tag und Entwickler bei Nacht. Durch Programmieren etwas zu schaffen, das nachhaltig Dinge bewegen und das Leben anderer verändern kann, treibt mich an. Ich verliebe mich ein bisschen zu schnell in alles, was einen Stecker hat oder sich per App steuern lässt. Nein, ich repariere deinen Drucker nicht!

Sitzen Entwickler wirklich den ganzen Tag im Keller?

Quatsch! Ich brauche nur meinen Laptop zum Arbeiten und dadurch ist EVE tatsächlich an ganz vielen Orten entstanden: Zu Hause, in der Bahn, im Hotelzimmer und sogar im Flugzeug. Ich programmiere auch gerne draußen, aber da EVE ein Winterkind ist, war das leider noch zu kalt.

Warum bist du bei EVE am Start?

Ich habe schon seit ich coden kann an sozialen Projekten mitgewirkt. Ich finde, das öffnet einem oft die Augen. Vor allem, wenn man sonst eher im Enterprise Umfeld unterwegs ist. Außerdem finde ich das Projekt technologisch spannend. Das regelmäßige Programmieren hilft mir auch, selbst aktuell zu bleiben.

Was war dein erster Gedanke, als du die Idee von EVE gehört hast?

Gute Idee! Warum zur Hölle gibt es das noch nicht?

Wie schwer ist es so eine Idee in Quellcode zu verwandeln?

Das ist natürlich wahnsinnig unterschiedlich. Das ist so, als würde ich fragen, wie schwer es ist ein Haus zu bauen. Es gibt Teile, die gehen leicht von der Hand. Entweder, weil man sie selber schon 100-mal gemacht hat, oder weil es im Internet fertige Bausteine gibt, die man nutzen kann. Dann gibt es aber auch immer wieder die Komponenten, die dir schlaflose Nächte bereiten.

 

Was waren besondere Schwierigkeiten?

Wir nutzen sehr junge und neue Technologien, besonders im Machine Learning von EVE. Diese waren manchmal echt schlecht dokumentiert oder hatten noch Fehler. Immerhin konnten wir durch direktes Feedback einige dieser Schwachstellen mittlerweile ausbessern. Wer etwas Ähnliches bauen möchte, hat es dank uns also leichter! Richtige Pionierarbeit sozusagen!

Und was ging supereasy?

Wir hatten mal einen Bug, bei dem EVE erst nach einer längeren Aufnahme über 10 Minuten die Verbindung verloren hat. Einen solchen Fehler nachzustellen kann super nervig werden, wenn man die ganze Zeit mit ihr reden muss. Da haben wir einfach angefangen, Hörbücher abzuspielen. Das hat uns einiges an Arbeit abgenommen!

Wie funktioniert die KI von EVE?

Man kann sich das etwa so vorstellen: Wir werfen die über das Mikrophon aufgenommenen Geräusche in einen großen Topf und rühren solange um, bis etwas herauskommt, was wir schon mal gesehen haben und erkennen. Technisch vergleichen wir die Wave-Form der Audio Dateien mit hunderttausenden aus der Datenbank. Das Resultat, was der Brühe im Topf dann am nächsten kommt, wird als Text ausgegeben. Wenn der Nutzer ein eigenes Wörterbuch hochgeladen hat, berücksichtigen wir dieses auch noch bei der Ausgabe und würzen damit nach. Oft kommen auch mehrere Sätze dabei heraus. Dann entscheidet sich unser Service für den wahrscheinlichsten. Die manuell vorgenommenen Korrekturen spielen in Zukunft auch noch eine Rolle. Viel schwarze Magie also!

Was können wir in Zukunft von EVE noch erwarten?

HoloLens und Smart Glasses allgemein ist ein gutes Stichwort! Wie cool wäre es, wenn man sich Untertitel auch im Alltag direkt auf die Linse projizieren lassen könnte? Mittelfristig kommen wahrscheinlich aber erstmal Desktop Apps, die es Sprechern leichter machen, Untertitel noch einfacher auf den Beamer zu werfen. Und EVE wird bald live übersetzen!

Welche Software muss noch erfunden werden?

Gedankenströme lesen und digitalisieren! Dann könnten wir EVE programmieren, ohne zu tippen, oder vor einem Rechner zu sitzen!

Dein Programmier-Song?

Wenn ich programmiere darf niemand sprechen, daher höre ich dabei gerne Filmmusik. Am häufigsten läuft da bei mir der Hans Zimmer Soundtrack von „Inception“. Sagt zumindest Spotify.

Willst du deine Mama grüßen?

Hallo Mama! Guck mal, ich bin im Internet. Du hast es doch nicht aus Versehen gelöscht!

Hat EVE versteckte Easter Eggs?

Sag doch mal „Eve, starte die Selbstzerstörung“. Und dann lauf!

 

Anmerkung der Redaktion: Das Interview fand unter Einfluss von Pizza statt.